Ämterlotsen - Ehrenamt auf der Höhe der Zeit

 
 
Pressemitteilung von: 
05.11.2014
Fachtag im diako

Wie sieht ein gutes Miteinander von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden aus? Wie gelingt Kommunikation zwischen Klienten und Begleitern? Welche Unterstützung und Qualifizierung benötigen Ehrenamtliche für ihre verantwortungsvolle Aufgabe? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der Fachtag Ämterlotsen, zu dem das Diakonische Werk Bayern in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Augsburg (DWA) ins diako eingeladen hatte. Austausch, Begegnung und Vernetzung nannte Fritz Blanz vom DW Bayern als Schwerpunkte der Veranstaltung, zu der Interessenten von Coburg bis Kempten gekommen waren.

Als „Fan der Ämterlotsen“ bekannte sich Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA), der sich durchaus vorstellen kann, selbst mal als Ämterlotse tätig zu werden – auch wenn dafür vermutlich erst im Ruhestand Zeit sein wird. „Das Konzept ist überzeugend“, so Graßmann. Die Ämterlotsen seien ein gutes Beispiel dafür, wie man Nächstenliebe in die Tat umsetzen kann. Die zeitlich begrenzte Hilfe bei einem konkreten Problem bezeichnete Graßmann als „ehrenamtliches Engagement auf der Höhe der Zeit“.

Die Ämterlotsen gibt es in Augsburg seit November 2011. Sie begleiten Ratsuchende auf Wunsch bei Behördengängen. Aktuell engagieren sich 15 Freiwillige in dem Projekt, dessen gemeinsame Träger das DWA und das Bündnis für Augsburg sind. Viel Aufbauarbeit beim DWA hat Kathrin Pöhlmann geleistet. Inzwischen haben Ruth-Anne Barbutev und Nicole Hegner die Koordination des Projektes übernommen und bringen Klienten und Ehrenamtliche zusammen.

Die Notwendigkeit der Ämterlotsen unterstrich auch Sozialreferent Stefan Kiefer: „Es gibt viele Angebote, trotzdem erreicht die Hilfe nicht alle.“ Nicht nur die mehr als 42 Prozent Augsburger mit Migrationshintergrund hätten Probleme mit dem Amtsdeutsch. Kommunikation ist daher ein wichtiger Baustein in der Schulung der ehrenamtlichen Ämterlotsen. Dabei geht es nicht nur darum, Formulare oder Behördenschreiben zu übersetzen, sondern auch im Gespräch mit einem Sachbearbeitenden den richtigen Ton zu treffen.