Arbeitstherapie schafft Beteiligung und Sozialkontakte

 
 
Pressemitteilung von: 
07.09.2020
Angebot der Tagesstätte für psychische Gesundheit

Während des Lockdowns war die Tagesstätte für psychische Gesundheit in der Böheimstraße sechs Wochen komplett geschlossen. Auch wenn Besucher*innen längst wieder kommen dürfen, hat sich durch Corona einiges geändert – z.B. in der Arbeitstherapie.

Dort sind aktuell ca. 20 Besucher*innen in zwei Schichten tätig: Die Frühschicht geht von 8:45 bis 12:15 Uhr, die Spätschicht von 12:45 bis 16 Uhr, freitags bis 14 Uhr. Die Teilnehmer*innen müssen vorab einen verbindlichen Termin vereinbaren. Die Termine verteilt Arbeitsanleiter Christoph Mieskes so, dass jede*r zum Zug kommt. Gearbeitet wird dann in den zwei großen Werkshallen natürlich mit Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand.

Zählen, Etikettieren, Kuvertieren – das alles gehört zu den klassischen Tätigkeiten der so genannten seriellen Arbeit. Für Ergotherapeut Mieskes „ein äußerst effektives Mittel, um Struktur zu schaffen oder sich in Ausdauer und Durchhalten zu üben“. Dabei gehe es nicht darum, ein gewisses Pensum abzuarbeiten, sondern um „Beteiligung und Sozialkontakte“. Genau die hätten vielen Besucher*innen im Frühjahr gefehlt, als die Einrichtung geschlossen war. Das Team der Tagesstätte versuchte in dieser Zeit, telefonisch Kontakt zu halten – „manchmal mehrmals wöchentlich“, wie Mieskes erklärt.

Aufträge von Firmen konnten in dieser Zeit nicht bearbeitet werden, manche hatten allerdings auch kaum noch Aufträge zu vergeben. Zu den jährlich wiederkehrenden Aufgaben gehört das Packen so genannter „goody bags“ für den M-net Firmenlauf. Auch wenn dieser heuer nur virtuell stattfindet, sollen alle Teilnehmer*innen eine Papiertüte mit Gutscheinen, Info- und Werbematerial der Sponsoren bekommen. Drei Besucher*innen sind an diesem Nachmittag dabei, diese zu bestücken. Ein paar Meter weiter etikettiert und verpackt eine weitere Besucher*in Tischkalender. Mieskes: „Jetzt beginnt die Kalendersaison.“ Im hinteren Teil der Werkshalle ist ein Besucher mit Konfektionieren beschäftigt. Aus einem riesigen Blechcontainer mit Gipskartondübeln werden Schachteln zu 50 Stück verpackt. Das „Zählen“ übernimmt eine Waage. Auch Aufgaben in der Leichtmontage können die Besucher*innen ausführen. „Das wurde früher oft in Heimarbeit gemacht“, erklärt Mieskes, der sich über weitere Auftraggeber*innen ebenso freuen würde wie seine Klient*innen in der Arbeitstherapie.