Diakonie: Migrationsberatung kehrt Schritt für Schritt zum Regelbetrieb zurück

 
 
Pressemitteilung von: 
16.06.2020
Beratung in Unterkünften mit Coronavorkehrungen

Nach zwei Monaten, in denen Beratung fast ausschließlich digital stattgefunden hat, nehmen Mitarbeiter*innen des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) die Flüchtlingsberatung in den Unterkünften wieder auf.

Migrationsberatung und Jugendmigrationsdienst bieten schon Beratung nach Termin an. „Die Auswirkungen der Krise werden uns allerdings noch lange beschäftigen“, sagt Simon Oschwald, Einrichtungsleitung des Fachbereichs Migration beim DWA. Jetzt gehe es darum, die Krise aufzuarbeiten.
Mit viel Engagement und Kreativität konnten die Flüchtlings- und Integrationsberatung, der Jugendmigrationsdienst, die Migrationsberatung für Erwachsene und Teilprojekte wie die Bildungsbegleitung für Schulkinder die Beratung so gut wie möglich aufrechterhalten. „Wenn die Menschen schon nicht ohne weiteres zu uns kommen können, dann werden wir wenigstens mit den uns verbliebenen Mitteln aktiv auf sie zugehen, das war wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts“, so Oschwald. Die Berater*innen nutzten dafür Telefon, E-Mail und weitere digitale Kanäle.
Nach einem Zutrittsverbot hatten die Mitarbeiter*innen des Fachbereichs Migration des DWA ihre Büros in den Unterkünften verlassen müssen. Simon Oschwald: „Angesichts der weltweiten Bedrohungslage durch das Corona-Virus hatten wir hierfür größtes Verständnis.“ Gleichzeitig hätten seine Mitarbeiter*innen mit Sorge auf die Zurückgelassenen geblickt.

Vor Ort, aber nicht zu jeder Zeit

Nach der Erarbeitung standortbezogener Hygienekonzepte läuft die Beratung auch in den Flüchtlingsunterkünften wieder an. Derzeit findet die Beratung in neun Unterkünften in der Stadt und dem Landkreis Augsburg sowie im Landkreis Aichach-Friedberg statt. Büros außerhalb von Unterkünften sind in der Regel ebenfalls besetzt. Notwendige Schutzmaterialien wie Mundschutz, Plexiglas und Desinfektionsmittel sind in ausreichender Menge vorhanden. Dennoch: Vor Ort heißt nicht zu jeder Zeit! Nach wie vor müssen Ratsuchende zunächst einen Termin vereinbaren, bevor sie die Beratung aufsuchen. Informationen hierzu gibt es bei der jeweiligen Beratungsstelle oder unter migration-online@diakonie-augsburg.de
In den kommenden Monaten erwarten die Mitarbeiter*innen einen hohen Beratungsbedarf. Schulen, Kindertageseinrichtungen, Bildungsprogramme für Erwachsene und damit der Integrationsprozess waren weithin ausgesetzt.  „Das gilt es nun aufzuarbeiten“, sagt Susanne Donn, Flüchtlings- und Integrationsberaterin in der Stadtberger Unterkunft. „Die Krise hat auch Problemlagen verschärft.“ Durch räumliche Enge und erzwungene Nähe spitzten sich familiäre Konflikte ohnehin zu. Während der Coronapandemie fehlten vor allem Frauen, Kindern und Menschen mit psychischen Problemen Ansprechpartner*innen, die mit Augen und Ohren die soziale Situation wahrnehmen und entsprechend Unterstützung leisten können.