Diakoniebeauftragte als "Türöffner" zu den Gemeinden

 
 
Pressemitteilung von: 
04.04.2019
Erstes Treffen seit der Kirchenvorstandswahl

Erstmals seit den Kirchenvorstandswahlen trafen sich die Diakoniebeauftragten der Kirchengemeinden im Dekanat Augsburg auf Einladung des Diakonischen Werks Augsburg (DWA).
„Brich dem Hungrigen dein Brot.“ Mit diesen Worten des Propheten Jesaja begrüßte Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des DWA, knapp 20 Delegierte im Seminarraum. Im weiteren Text ist von „dem, der die Lücken zumauert und Trümmer bewohnbar macht“ die Rede. „Das ist ein wunderbares Wort für Diakonie und diakonische Kirche“, so Graßmann.
Brot gab es an diesem Abend auch für die Diakoniebeauftragten: Das Team des Bodelschwingh-Hauses hatte belegte Brote vorbereitet. Das Wiedereingliederungszentrum für haftentlassene Männer wird zurzeit von Grund auf saniert und zählt zu den Projekten, die das DWA aktuell beschäftigen. Ein weiteres großes Ereignis ist ein Benefizfußballspiel der Datschiburger Kickers gegen die Diakonie zugunsten des Bodelschwingh-Hauses am 18. Mai auf der Karl-Mögele-Sportanlage in Göggingen.
Graßmann gab einen Überblick über die Einrichtungen und Dienste des DWA in den Bereichen Altenhilfe, Sozialpsychiatrie, Jugendhilfe und der so genannten Bezirksstellendiakonie vor, zu der auch die Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit (KASA) gehört. Deren Mitarbeiterinnen Ines Güther und Nicole Hegner stellten ihren Arbeitsbereich vor. Zu diesem gehören neben Projekten wie den Ämterlotsen – geschulte Ehrenamtliche, die Menschen bei Behördengängen begleiten – oder dem Diakonischen Lernen, bei dem Schülerinnen und Schüler im praktischen Einsatz Einrichtungen der Diakonie kennenlernen, auch die so genannte Gemeinwesendiakonie. „Wir sind die Schnittstelle des Diakonischen Werkes zu den Kirchengemeinden“, erklärte Nicole Hegner und bot den Ehrenamtlichen die Unterstützung der KASA bei der Realisierung diakonischer Projekte vor Ort an.

Erfolgreiche diakonische Projekte in den Gemeinden

Einige Kirchengemeinden haben solche Projekte bereits erfolgreich in die Tat umgesetzt: So hat etwa Susanne Weiß, Diakoniebeauftragte aus Mering, einen Mittagstisch ins Leben gerufen, bei dem wechselnde Teams von je drei Ehrenamtlichen jeden Dienstag 40 bis 50 Portionen Essen kochen. Pro Teller zahlen die Gäste einen Euro, viele geben aber auch mehr, dazu gibt es Geld aus Kollekten oder Spenden zu runden Geburtstagen, so dass der Mittagstisch wirtschaftlich auf soliden Füßen steht. Gerade hat das Angebot sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.
Über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinaus bekannt ist auch der Bobinger Haken, bei dem Bürger beim Einkauf in bestimmten Lebensmittelgeschäften, Bäckereien oder Metzgereien Gutscheine im Wert von drei Euro erwerben können und diese an einen Haken hängen, von wo sie Bedürftige mitnehmen und einlösen können. In der Kirchengemeinde in Königsbrunn gibt es einmal im Monat ein Seniorenfrühstück, zu dem zwischen 50 und 60 Menschen kommen. Und das wöchentliche Bibelfrühstück in St. Jakob vereint laut Graßmann den Auftrag der Verkündigung mit dem Dienst am Menschen. Er bezeichnete die Diakoniebeauftragten als „Türöffner“ der Diakonie zu den Gemeinden und kündigte an, beim nächsten Treffen in eine Einrichtung des DWA einzuladen – möglicherweise ins Bodelschwingh-Haus, das nach der Sanierung Ende September feierlich wiedereröffnet wird.