Gerecht oder nicht? Türenprojekt in Kita St. Ulrich

 
 
Pressemitteilung von: 
05.01.2017
Diakonieprojekt zum Reformationsjubiläum

Warum muss die ältere Schwester zur gleichen Zeit ins Bett wie die jüngere? Warum wird man geschimpft, obwohl man an einer Situation gar nicht beteiligt war? Und warum bekommt einer mehr Geschenke als alle anderen? Die Mädchen und Buben der evangelischen Kindertageseinrichtung St. Ulrich haben ziemlich genaue Vorstellungen davon, was gerecht ist – und was nicht.

Beitrag zum Reformationsjubiläum

Mit dem Thema Gerechtigkeit haben sich die Sechs- bis Zehnjährigen im Rahmen des Projektes „Türen öffnen. Gerechtigkeit leben“ auseinander gesetzt, das die Diakonie Deutschland anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 ins Leben gerufen hat und an dem sich auch das Diakonische Werk Augsburg (DWA) beteiligt. Denn auch 500 Jahre nach der Reformation sind noch viele Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe und Mitgestaltung ausgeschlossen. Darum bleibt Gerechtigkeit nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Vision in unserer Gesellschaft, auch in Augsburg. In Workshops erarbeiten die Teilnehmenden gemeinsam mit den Diakoniemitarbeiterinnen Ines Güther und Nicole Hegner, was ihre Vorstellung von Gerechtigkeit ist und stellen die Ergebnisse künstlerisch auf Türen da.

Erst reflektieren, dann gestalten

„Wir waren erstaunt, wie reflektiert und frei die Kinder auf das Thema Gerechtigkeit zu sprechen kamen“, sagt Kita-Mitarbeiterin Evelyn Bruss. „Dabei wurden auch wir Erzieher nicht verschont.“ Nach dem eher theoretischen Teil haben die Mädchen und Buben Skizzen gemacht und ihre Tür in einzelne Bereiche aufgeteilt. Danach ging es ans Malen.
Das Türenprojekt stößt auf großes Interesse. Neben verschiedenen Einrichtungen des DWA – vom Altenheim bis zur Tagesstätte für psychische Gesundheit – beteiligen sich auch Gruppen aus Schulen, Kirchengemeinden oder dem Dekanat daran. So entstanden etwa im Sommer auf dem KonfiCamp in Grado drei Türen. Eine Tür haben Mitarbeitende, Freunde und Förderer des DWA im Jahresgottesdienst gestaltet. Die Tür der Kita St. Ulrich ist übrigens noch bis mindestens April in der evangelischen Ulrichskirche zu sehen.