Jubiläum: Evangelische Beratungsstelle wird 50

 
 
Pressemitteilung von: 
21.10.2019
50 Jahre Themen - Beratung - Lösungen

Seit einem halben Jahrhundert bietet die Evangelische Beratungsstelle Themen, Beratung und Lösungen für Eltern, Kinder und Jugendliche an. Das feierte die Einrichtung des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) nun mit zahlreichen Gästen im Augustanasaal.

Den Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten bildete eine Ausstellung im Foyer der Stadtbücherei mit Kinderbüchern  zu den Themen Familie, Gefühle, Freundschaft und mehr. Als „Segen für Familie, Paare und Einzelne“ bezeichnete Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des DWA, die Evangelische Beratungsstelle beim offiziellen Festakt im Augustanasaal. Er zitierte aus der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des DWA über die Gründung der Evangelischen Beratungsstelle die biblische „Beratungsgeschichte“ von Hiob. Er leite aus dieser Geschichte unter anderem die Erkenntnis ab, dass die eigenen Rezepte nicht zwangsläufig auch für einen anderen die richtigen seien, so Graßmann. Als Pfarrer sei er froh, an die Profis der Beratungsstelle verweisen zu können und habe dies auch schon oft getan.
In einer Talkrunde, die von Birgit Linner und Roland Trescher vom Improtheater isar148 moderiert wurde, berichteten prominente Gäste von ihren Erfahrungen mit der Beratungsstelle. Neben der Rückschau auf die Erfolgsgeschichte der Einrichtung ging der Blick auch in die Zukunft. „Für mich ist eine solche Beratungsstelle wichtig für das Selbstverständnis der Kirchen“, sagte etwa Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer, der sich wünschte, dass es künftig „selbstverständlicher“ werde, Beratung anzunehmen und das Angebot der Beratungsstelle dadurch noch bekannter werde. Ähnlich wie Hannes Neumeyer, Fachbereichsleiter Pädagogische Jugendhilfe beim Amt für Jugend und Familie im Landkreis Augsburg, plädierte Kiefer für niedrigschwellige und präventive Angebote, um Familien möglichst frühzeitig zu erreichen. Die Lage der Beratungsstelle in unmittelbarer Nähe zur City-Galerie ermögliche einen solchen Zugang.
Wolf-Dieter Meßner, erster Leiter der Beratungsstelle, wünschte seinen Nachfolgern ein „starkes Sensorium für gesellschaftliche Veränderungen“. Auf diese mussten sich die Mitarbeitenden in den vergangenen 50 Jahren immer wieder einstellen. So sei Ehe- und Trennungsberatung auch damals schon ein Thema gewesen, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Meßner berichtete, dass Betroffene sich häufig „seelisch kaputt“ gemacht hätten, weil sie sich nicht scheiden lassen wollten oder konnten.
In kurzen Sketchen griff das Impro-Comedy-Duo Linner & Trescher Themen wie Speeddating, Szenen aus dem Ehealltag oder den Anstieg von Klienten mit Migrationshintergrund auf. Auf diesen könnten Kirche und ihre Einrichtungen reagieren, indem sich die Mitarbeitenden „kultursensibel“ fortbildeten, so Stadtdekan Michael Thoma. Zum Abschluss des offiziellen Teils versammelte sich das Team der Beratungsstelle auf der Bühne, um seiner Einrichtung gemeinsam mit den Gästen ein Geburtstagsständchen zu singen.