Pflegeheim Schlößle geht mit Spiritual Care nächsten Schritt

 
 
Pressemitteilung von: 
09.04.2019
Neues Projekt im Rathaus Stadtbergen vorgestellt

Bei einer offiziellen Auftaktveranstaltung im Rathaus Stadtbergen präsentierte Heimleiter Anton Kreuzer das neue Projekt Spiritual Care, das das Diakonische Werk Bayern mit Mitteln aus der Landeskirche fördert.
Seit 2017 ist das Schlößle ein palliativ-kompetentes Pflegeheim, das bei der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Der Anteil der palliativ zu versorgenden Bewohner hat sich seither verdoppelt. Die Einführung von Palliative Care hat laut Heimleiter Anton Kreuzer zu einem Kulturwandel im Schlößle geführt. Nun geht die Altenhilfeeinrichtung des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) den nächsten Schritt: „Die nächste Stufe ist die Seele“, so Kreuzer. Am 1. April startete im Schlößle das Projekt Spiritual Care, das neben den palliativ zu versorgenden Patienten alle Bewohner bei der Gestaltung ihres Lebensabends unterstützen will. Zudem soll es den Mitarbeitenden helfen, mit den psychischen Belastungen ihrer Arbeit umzugehen. Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren. Knapp 120.000 Euro hat das Diakonische Werk Bayern dafür aus Mitteln der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche zur Stärkung der Spiritual Care-Kompetenz in der stationären Pflege bewilligt.

Kooperation mit der Kommune

Stadtbergens 1. Bürgermeister Paulus Metz begrüßte als Hausherr Vertreter des Pflegeheims und des DWA zur Präsentation des Projektes im Rathaus und nannte es „konsequent“, dass die Diakonie sich der Seele des Menschen annehme und in diesem Bereich investiere. Er sei „richtig stolz“, dass das Schlößle wieder einmal eine Vorreiterrolle übernehme und „dankbar für die gute Begleitung“: Als Beitrag zum seniorenpolitischen Konzept der Kommune stehen künftig geschulte Mitarbeitende des Schlößle für so genannte Beratungsgespräche in der letzten Lebensphase zur Verfügung, die über rein rechtliche Fragen nach einer Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung hinausgehen.
Dr. Ilona Luttmann, Fachvorstand des DWA, freute sich darüber, dass Anton Kreuzer das Engagement seiner Vorgängerin Cornelia Geppert fortsetze und Spiritual Care als einen Teilaspekt von Palliative Care weiterentwickle: „Das Thema Spiritualität wird oft übersehen.“ Umso wichtiger sei es, Mitarbeitende, „die sich dieser schwierigen Aufgabe stellen“, angemessen zu schulen.
Als konkrete Projektbausteine nannte Kreuzer die Anstellung einer Fachkraft, die Bildung eines Arbeitskreises – zu dem neben ihm unter anderem Pflegedienstleitung Christiane Huber sowie Altenheimseelsorgerin Pfarrerin Gabriele Fuhrmann gehören –, die Benennung eines zwölfköpfigen Expertenteams, das spezielle Schulungen erhält und Multiplikatorenfunktion hat sowie die Zertifizierung der geschulten Mitarbeitenden. Die praktische Arbeit mit Spiritual Care in den drei Wohnbereichen des Schlößle soll im Januar 2020 unter Begleitung des Arbeitskreises beginnen.