Schuldnerberatung beobachtet mehr Privatinsolvenzen

 
 
Pressemitteilung von: 
14.04.2021
Zahl der Privatinsolvenzen fast verdoppelt

Bayernweit hat sich die Zahl der Privatinsolvenzen im Februar 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat fast verdoppelt. Einen starken Anstieg beobachtet auch Harald Eckart, Leiter der Schuldner- und Insolvenzberatung beim Diakonischen Werk Augsburg (DWA).

Während es im Jahr 2020 insgesamt 18 Verfahrenseröffnungen wegen Privatinsolvenz gab, sind es im ersten Quartal 2021 bereits 13. Einen wesentlichen Grund dafür stellt eine Novellierung der Insolvenzordnung dar, die eine Verkürzung der Restschuldbefreiungsphase von mindestens fünf auf nunmehr drei Jahre mit sich brachte. Dadurch können sich Schuldner*innen wesentlich schneller von ihrer Last befreien, wenn sie mit dem Insolvenzantrag bis zum Jahreswechsel gewartet haben.

Auch unabhängig von den gestiegenen Zahlen der Insolvenzanträge hatte die Pandemie natürlich einen großen Einfluss auf die Arbeit der Beraterinnen, wie aus dem Jahresbericht 2020 der Schuldner- und Insolvenzberatung hervorgeht. Die Mitarbeiterinnen hatten bereits nach den ersten bestätigten Coronafällen im Landkreis ein Hygienekonzept erarbeitet, zu dem im Kern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Abstand sowie größere Räume für Beratung, der Einsatz von Plexiglasscheiben und Desinfektionsmittel sowie vermehrte telefonische Beratungskontakte zählen.

Mit steigenden Infektionszahlen und Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 stellte die Schuldner- und Insolvenzberatung weitmöglichst auf telefonische Beratungsgespräche um – eine Änderung, die von vielen Klient*innen durchaus positiv aufgenommen wurde: „Viele Bürger*innen aus dem Landkreis begrüßten, dass eine Anfahrt in unsere Büroräume für sie nun entfiel und sie insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr keiner erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt waren“, so Harald Eckart. Die Ratsuchenden seien zudem erleichtert gewesen, dass das Beratungsangebot trotz Lockdowns und zeitweiliger Ausgangsbeschränkungen lückenlos fortgeführt wurde. In besonders begründeten Fällen sei auch immer eine Face-to-Face-Beratung unter Beachtung von Sicherheitsvorkehrungen möglich gewesen.

„Wir gehen davon aus, dass die Beratungspraxis für einige Zeit durch das Pandemiegeschehen geprägt bleiben wird“, so Eckart. Veränderungen bei den staatlichen Verordnungen und bei neuen epidemiologischen Erkenntnissen würden kurzfristig in das Hygienekonzept übertragen. Schon jetzt zeige sich aber auch, dass in der Pandemie bedeutsame Weiterentwicklungen in der Arbeitsweise möglich wurden, die das Beratungsangebot für Hilfesuchende auch längerfristig verbessern, wie z.B. die Überbrückung großer Distanzen im Flächenlandkreis Augsburg mithilfe digitaler Beratungsformen.

Info: Zum Team der Schuldner- und Insolvenzberatung gehören acht Mitarbeiterinnen (sechs Beraterinnen und zwei Verwaltungskräfte), die alle in Teilzeit tätig sind. Das kostenlose Angebot richtet sich ausschließlich an Bürger*innen aus dem Landkreis Augsburg. Kostenträger ist der Landkreis Augsburg.

Jahresbericht 2020 der Schuldner- und Insolvenzberatung 

Kontakt:
Schuldner- und Insolvenzberatung für den Landkreis Augsburg
Spenglergäßchen 7 a
86152 Augsburg
Telefon (0821) 45019-3250
Öffnungszeiten Sekretariat und Terminvergabe:
Montag bis Donnerstag 8:30 bis 16:00 Uhr, Freitag 8:30 bis 12:00 Uhr
E-Mail: schuldner-insolvenzberatung@diakonie-augsburg.de