Schuldnerberatung: Dauerthema Altersarmut

 
 
Pressemitteilung von: 
27.12.2016
Mehr Räumungsklagen wegen Mietschulden

Die Bayern haben im bundesweiten Vergleich die wenigsten Schulden. Das ist die gute Nachricht. Im Landkreis Augsburg, für den die Schuldnerberatungsstelle des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) zuständig ist, betrug die Schuldnerquote im Jahr 2016 6,51 Prozent. Damit liegt die Kommune sowohl unter dem bundesdeutschen als auch unter dem bayerischen Durchschnitt (10,06 bzw. 7,35 Prozent).

Altersarmut als Dauerthema

Dennoch beobachten die Mitarbeiterinnen der Diakonie-Schuldnerberatung im Spenglergäßchen 7a einige besorgniserregende Tendenzen: „Die Altersarmut entwickelt sich zum Dauerthema“, sagt Susanne Grußler. Die Lebenshaltungskosten werden im Alter nicht geringer, oft entstehen sogar erhöhte krankheitsbedingte Ausgaben. Bei den Schulden älterer Menschen handele es sich häufig um Kreditverpflichtungen bei Banken, etwa Ratenkredite, die mit einer geringen Rente oder Grundsicherung im Alter nicht mehr bedient werden können. Wer im Rentenalter noch Schulden aus der Zeit der Erwerbstätigkeit hat, finde sich schnell in der Überschuldung wieder.

Bezahlbarer Wohnraum fehlt

Im vergangenen Jahr entwickelten sich die steigenden Mietkosten zu einem großen Problem. In diesem Zusammenhang häuften sich auch die Fälle von Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Auch im Landkreis Augsburg mache sich der fehlende bezahlbare Wohnraum, der Mangel an Sozialwohnungen und allgemein das Angebot an günstigem Wohnraum bemerkbar, so Susanne Grußler.
Die Schuldnerberatungsstelle des DWA setzt neben der professionellen Unterstützung von Menschen, die bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, auch auf Prävention: „No crash for my cash“ heißt ein Projekt an Mittel- und Förderschulen im Landkreis. Dank der finanziellen Unterstützung durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie des Landratsamtes Augsburg kann Diakonie-Mitarbeiterin Rebecca Krötz im laufenden Schuljahr 20 Veranstaltungen für die neunten Jahrgangsstufen an zehn Schulen im Landkreis anbieten. Ziele des Präventionsprojektes sind, die Finanzkompetenz der Schüler zu stärken und sie für das Thema Schulden zu sensibilisieren.